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GFK- vs. Carbon-Bodykits: Welches Material sollten Sie kaufen?

GRAMS Styling6 Min. Lesezeit

Weißer Toyota Supra MK4 mit Side Divertern aus Carbon, einem Frontsplitter und Canards von GRAMS Styling

Fast jedes Teil, das wir verkaufen, gibt es in zwei Ausführungen: handlaminiertes GFK und Carbon. Beide stammen aus derselben Form, abgenommen von einem echten Fahrzeug der jeweiligen Baureihe. Die häufigste Frage, die wir hören, lautet daher nicht „Passt das?“, sondern „Welches soll ich nehmen?“

Dieser Ratgeber vergleicht die vier Materialien, denen Sie beim Kauf eines Bodykits begegnen, und gibt Ihnen anschließend unsere ehrliche Empfehlung.

Die vier Materialien im Überblick

GFK (FRP) Carbon ABS-Kunststoff Polyurethan (PU)
Herstellung Glasfasergewebe und Harz von Hand in eine Form laminiert Carbongewebe und Epoxidharz im Infusions-, Nasslaminat- oder Prepreg-Verfahren Kunststoffplatte erhitzt und tiefgezogen Flüssiger Kunststoff in eine Form gespritzt oder gegossen
Steifigkeit Steif Am steifsten Flexibel Sehr flexibel
Gewicht Leicht Am leichtesten Leicht Schwer
Bruchverhalten Reißt, reparierbar Reißt, reparierbar, aber schwerer unsichtbar zu machen Platzt auf oder verformt sich Federt zurück, reißt bei Überlastung ein
Ausführung Gelcoat, muss für ein Show-Finish lackiert werden Klarlackiertes Gewebe oder lackiert Meist schwarz, oft strukturiert Grundierung, muss lackiert werden
Typischer Einsatz Straße, Drift, Trackday Show, Rennstrecke, Gewichtsersparnis Günstige Frontlippen und Frontsplitter OEM-Stoßstangen

GFK: das Arbeitstier

GFK (glasfaserverstärkter Kunststoff, engl. FRP) besteht aus harzgetränktem Glasfasergewebe, das von Hand in eine Form laminiert wird. Unsere GFK-Teile werden im Handauflegeverfahren gefertigt und bei hoher Temperatur ausgehärtet, was das Laminat widerstandsfähiger macht. Sie kommen mit einem schwarzen oder weißen Gelcoat aus der Form – einer harten Harzschicht, die Sie direkt so fahren oder für die Lackierung vorbereiten können.

Warum man sich dafür entscheidet:

  • Preis. In unserem Sortiment kostet GFK etwa halb so viel wie Carbon für dasselbe Teil.
  • Reparierbarkeit. Ein gerissenes GFK-Teil lässt sich mit Harz und Glasfasermatte reparieren, schleifen und lackieren. Jeder Karosseriebauer beherrscht das. Deshalb fahren Drift-Fahrzeuge GFK: Die Teile treffen auf Curbs und Reifenstapel und werden zwischen den Läufen einfach geflickt.
  • Lackierung. Sobald das Gelcoat angeschliffen ist, nimmt es Grundierung und Lack sehr gut an. Wenn Sie das Teil ohnehin in Wagenfarbe lackieren lassen, bringt Carbon optisch keinen Vorteil.

Was Sie beachten sollten: GFK erfordert Vorarbeit vor dem Lackieren. Der Lackierer verschleift die Formtrennnähte, füllt eventuelle Poren (Pinholes), trägt Grundierung auf und schleift das Teil mit dem Schleifklotz, bevor der Basislack folgt. Ein bloßes Abwischen mit Silikonentferner reicht nicht aus. Planen Sie bei einem kompletten Bodykit die Montage und Lackierung durch einen Karosseriebetrieb ein.

Carbon: leicht, steif und auf Sicht gebaut

Carbon besteht aus gewebten Kohlenstofffasern, die in Epoxidharz eingebettet sind. Unsere Carbonteile werden im Vakuum-Infusionsverfahren mit Epoxidharz gefertigt: Das trockene Gewebe wird in die Form gelegt, luftdicht in einer Folie verschlossen und das Harz unter Vakuum durchgezogen. Das ergibt ein leichteres, gleichmäßigeres Laminat als beim manuellen Auftragen mit dem Pinsel.

Warum man sich dafür entscheidet:

  • Gewicht. Carbon ist die leichteste Option für dasselbe Teil. Wie groß die Ersparnis ausfällt, hängt vom jeweiligen Teil und dem Lagenaufbau ab – wir nennen daher keinen pauschalen Prozentsatz.
  • Steifigkeit. Ein Frontsplitter oder ein Flügelblatt aus Carbon biegt sich unter aerodynamischer Last weniger durch als das gleiche Teil aus GFK.
  • Optik. Ein klarlackiertes Carbongewebe ist bereits eine fertige Oberfläche. Wir bieten bei vielen Teilen eine glänzende Ausführung, eine matte Ausführung sowie farbiges Carbon (Carbon-Kevlar) an.

Was Sie beachten sollten: Carbon ist teurer und aufwendiger in der Herstellung. Über unser gesamtes Sortiment gerechnet dauert der Versand von Carbonteilen länger als von GFK-Teilen. Ein gerissenes Carbonteil lässt sich strukturell reparieren, doch unter Klarlack bleibt die Reparaturstelle fast immer sichtbar, weshalb das Teil danach meist deckend lackiert wird.

Bei einigen Teilen gibt es zudem einen Mittelweg: Carbon zum Lackieren. Dabei handelt es sich um 100 % Carbon mit rein optischen Webfehlern, gedacht für Teile, die ohnehin lackiert oder foliert werden. Sie erhalten das geringe Gewicht und die Steifigkeit von Carbon, ohne für ein makelloses Sichtgewebe zu zahlen, das man später nicht mehr sieht.

ABS und Polyurethan: was man für weniger Geld bekommt

Günstigere Kits werden meist aus zwei Kunststoffen angeboten:

  • ABS-Teile entstehen, indem eine Kunststoffplatte erhitzt und über ein Werkzeug tiefgezogen wird. Viele Großserien-Frontlippen und -Frontsplitter bestehen aus diesem Material. ABS biegt sich, statt zu reißen, was bei Bremsschwellen praktisch ist. Für einen Frontsplitter, der echten Abtrieb übertragen soll, ist es jedoch zu nachgiebig, und dünne Wandstärken können sich in der Sommerhitze verziehen.
  • Polyurethan ist das Material vieler Serienstoßstangen. Es steckt Rempler sehr gut weg, weil es in seine Form zurückfedert. Allerdings ist es schwer, und wenn es doch einmal reißt, lässt es sich kaum unsichtbar reparieren.

Keines der beiden Materialien ist verkehrt, wenn ein Fahrzeug lediglich eine dezente Styling-Lippe bekommen soll. Für ein Teil, das aerodynamische Last trägt – wie ein Frontsplitter, ein Heckflügel oder ein Heckdiffusor –, oder wenn es auf exakte Passform für eine bestimmte Fahrzeuggeneration ankommt, ist ein in einer Form laminiertes Bauteil die bessere Wahl.

Was kostet jedes Material wirklich?

Wir bieten 363 Teile sowohl in GFK als auch in Carbon an. Vergleicht man jeweils die günstigste GFK-Ausführung mit der günstigsten Carbon-Ausführung desselben Teils:

  • kostet das mittlere (Median) Carbonteil das 2,0-Fache der GFK-Version;
  • liegt die mittlere Hälfte unseres Sortiments zwischen dem 1,75- und 2,4-Fachen.

Kalkulieren Sie auch die Folgekosten ein: Ein GFK-Teil, das Sie lackieren lassen, kostet den Teilepreis plus Vorbereitung und Lackierung. Ein klarlackiertes Carbonteil ist in der Anschaffung teurer, kommt aber einbaufertig bei Ihnen an.

Unsere ehrliche Empfehlung

  • Alltagsfahrzeug, das in Wagenfarbe lackiert wird: GFK. Sie erhalten exakt dieselbe Form zum etwa halben Preis, und den Lackierer bezahlen Sie in beiden Fällen.
  • Drift- oder Tracktool: GFK für alles, was Feindkontakt haben kann (Stoßstangen, Seitenschweller, seitliche Heckansätze), Carbon für Teile unter hoher Last (Splitterplatten, Heckflügel).
  • Showcar oder ein Aufbau, bei dem jedes Gramm zählt: Carbon, glänzend oder matt.
  • Lackiert, aber mit voller Gewichtsersparnis: Carbon zum Lackieren.

Wenn Sie unsicher sind, schreiben Sie uns, welches Fahrzeug Sie fahren und wofür Sie es einsetzen. Wir sagen Ihnen ehrlich, welche Ausführung Sinn ergibt – auch wenn es die günstigere ist.

Mehr über die verschiedenen Carbon-Arten (Dry Carbon, Wet Carbon, Prepreg und Forged Carbon) erfahren Sie im Beitrag Dry Carbon vs. Wet Carbon erklärt.

FAQ

Ist Carbon stabiler als GFK?

Carbon ist bei gleicher Materialstärke steifer und leichter, biegt sich unter Last also weniger durch. GFK verzeiht leichte Anstöße eher und lässt sich einfacher reparieren, weshalb es an vielen Drift- und Straßenfahrzeugen zum Einsatz kommt.

Wie viel teurer ist ein Carbon-Bodykit im Vergleich zu GFK?

Bei den 363 Teilen in unserem Sortiment, die wir in beiden Materialien fertigen, kostet die Carbon-Ausführung rund das Doppelte der GFK-Version (Median 2,0-fach; die meisten Teile liegen zwischen dem 1,75- und 2,4-Fachen).

Lassen sich GFK-Karosserieteile reparieren?

Ja. Risse werden von der Rückseite mit Harz und Glasfasermatte laminiert und anschließend von vorn gespachtelt, geschliffen und lackiert. Das kann jede Karosseriewerkstatt durchführen.

Werden GFK-Teile lackiert geliefert?

Nein. Unsere GFK-Teile werden mit einem schwarzen oder weißen Gelcoat geliefert. Sie können die Teile direkt so montieren oder für die Lackierung vorbereiten und lackieren lassen. Wir selbst bieten keinen Lackierservice an.

Ist eine Stoßstange aus Polyurethan besser als GFK?

Polyurethan übersteht Rempler besser, weil es nachgibt, ist aber schwerer und kaum unsichtbar zu reparieren. GFK ist leichter, steifer, einfach zu reparieren und ermöglicht deutlich schärfere Konturen.

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